Cadmium im Gartenboden: Warum Kalk allein nicht reicht

Cadmium im Gartenboden: Warum Kalk allein nicht reicht

Kalk macht saure Erde weniger sauer. Doch bei Cadmium im Gartenboden ist ein besserer pH-Wert noch kein Beleg für unbelastete Pflanzen. Eine neue Kieler Untersuchung zeigt, warum Boden- und Pflanzenwerte auseinanderliegen können.

Weniger im Bodentest, mehr in der Pflanze

Das Team zog Weizen 40 Tage lang in 48 Töpfen. Es verglich unbelastete und künstlich mit Cadmium belastete Erde, drei Kalkmengen sowie Dünger mit und ohne einen Zusatz. Dieser Zusatz namens DMPP bremst die Umwandlung von Stickstoff im Boden.

Ohne DMPP senkte die höchste Kalkmenge das chemisch herauslösbare Cadmium im Boden um rund 77 Prozent. Gleichzeitig stieg die Cadmiumkonzentration in den oberirdischen Pflanzenteilen von 1 auf 1,6 Milligramm je Kilogramm Trockenmasse. Mit DMPP und Kalk lag sie dagegen bei 0,6 bis 0,7 Milligramm. Mehr Kalk senkte bei DMPP-Zugabe allerdings nicht nachweisbar die gesamte Cadmiummenge in den Pflanzen.

Untersucht wurden junge Pflanzen in saurem Sandboden, nicht erntereife Körner oder Gemüse. Die am 17. Oktober 2026 veröffentlichte Studie liefert deshalb keine Düngeanleitung. Sie zeigt: Ein einzelner Bodenwert beschreibt die Aufnahme durch Pflanzen nicht vollständig. Das Team erklärte, keine Interessenkonflikte zu haben.

Warum Cadmium im Gartenboden fürs Essen wichtig ist

Cadmium kommt natürlich in der Erde vor. Zusätzliche Einträge können etwa aus Industrie und bestimmten Düngemitteln stammen. Pflanzen nehmen es auf; so gelangt es in Lebensmittel. Wie viel aufgenommen wird, hängt laut Bundesinstitut für Risikobewertung unter anderem vom Anbaugebiet und den Bodeneigenschaften ab.

Für Nichtraucher ist Nahrung die wichtigste Aufnahmequelle. Entscheidend ist dabei die Belastung über lange Zeit: Cadmium wird nur langsam ausgeschieden und kann sich unter anderem in den Nieren anreichern. Das bedeutet nicht, dass Gemüse grundsätzlich bedenklich ist. Nach Einschätzung des BfR liegt die Aufnahme für den Großteil der Bevölkerung in Deutschland unter dem gesundheitlichen Richtwert. Mehr zur Einordnung lesen Sie in unserem Beitrag über Schadstoffe in Lebensmitteln und abwechslungsreiches Essen.

Was Gartenbesitzer konkret prüfen können

Ein pH-Test beantwortet die Frage, wie sauer die Erde ist. Eine Schwermetallanalyse beantwortet eine andere: Welche untersuchten Metalle sind in der Probe vorhanden? Wer eine mögliche Belastung abklären möchte, sollte diese Untersuchungen nicht miteinander verwechseln.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen laut Umweltbundesamt Flächen mit früherem Erzbergbau, alten Industriebelastungen oder Überschwemmungen. Besteht ein konkreter Verdacht, ist die untere Bodenschutzbehörde beim Landkreis oder der kreisfreien Stadt die richtige Anlaufstelle. Sie kann klären, welche Untersuchung zur bisherigen und geplanten Nutzung passt. Ein Gemüsebeet wird dabei anders betrachtet als eine Fläche ohne Nahrungsanbau.

Unser Angebot: Der Mineral-Check Boden untersucht Gartenerde auf acht Elemente, darunter Cadmium, Blei und Arsen. Er dient der privaten Orientierung und ersetzt keine behördlich anerkannte Untersuchung. Der Befund beschreibt die eingesandte Erde – nicht automatisch die Belastung der darauf gewachsenen Ernte.

Quellen