Schwermetalle nach Stadtbränden: Was Maui zeigt
Ein gelöschter Brand hinterlässt mehr als Ruß. Wenn Häuser, Autos und Elektrogeräte verbrennen, können Schadstoffe in Asche und Staub zurückbleiben. Wie lange das Thema Menschen beschäftigen kann, zeigt eine Untersuchung nach den Bränden auf Maui.
Schwermetalle nach Stadtbränden: Die Messwerte aus Maui
Forschende untersuchten 1.400 Erwachsene sechs bis 18 Monate nach den Bränden vom August 2023. Sie bestimmten 24 Metalle im Urin und prüften am selben Termin die Lungenfunktion durch Atemtests. Die Ergebnisse erschienen am 28. September 2026 im Fachjournal PNAS.
Im Vergleich mit US-weiten Referenzdaten lagen mehrere Metallwerte deutlich höher: Antimon fast 40-fach, Mangan 3,8-fach, Barium 2,3-fach und Arsen 2,2-fach. Das sind Vergleiche mit Bevölkerungswerten, keine entsprechenden Überschreitungen medizinischer Grenzwerte.
Je höher die gemeinsame Belastung durch mehrere Metalle ausfiel, desto häufiger waren die Atemtests auffällig. Dieser Zusammenhang zeigte sich mit drei unterschiedlichen statistischen Auswertungen. Besonders Arsen, Cadmium, Kupfer und Antimon trugen dazu bei.
Weil Messungen vor dem Feuer fehlen, bleibt offen, welcher Anteil tatsächlich vom Brand stammt. Auch Ernährung, natürliche Bodenbestandteile und frühere Landwirtschaft oder Industrie kommen als Quellen infrage. Die gleichzeitige Untersuchung von Urin und Lunge belegt zudem nicht, dass die Metalle die Atemprobleme verursacht haben.
Warum Gebäudebrände andere Rückstände hinterlassen
Bei einem reinen Vegetationsbrand verbrennen vor allem Pflanzen. In Wohngebieten kommen behandeltes Holz, Farben, Leitungen und technische Geräte hinzu. Laut Weltgesundheitsorganisation kann die Asche dann zusätzlich giftige Spurenelemente, Asbest und andere Schadstoffe enthalten.
Solche Rückstände können liegen bleiben oder beim Aufräumen erneut aufgewirbelt werden. Daneben kann ein Brand bereits vorhandene Bodenbelastungen verteilen. Deshalb ist verschwundener Rauch allein kein Nachweis dafür, dass alle betroffenen Flächen wieder unbedenklich sind.
Beim Aufräumen möglichst wenig Staub aufwirbeln
Betroffene Gebäude und Flächen erst nach behördlicher Freigabe betreten. Bei Brandtrümmern, möglichen Asbestresten oder größeren Ablagerungen sollte die zuständige Stelle das weitere Vorgehen klären. Eine einfache Staubmaske macht solche Arbeiten nicht sicher.
Für kleinere, freigegebene Reinigungsarbeiten empfehlen US-Umwelt- und Gesundheitsbehörden: Asche nicht trocken kehren und keine Laubbläser verwenden. Leicht anfeuchten und mit feuchten Tüchern aufnehmen. Gewöhnliche Haushalts- oder Werkstattsauger können feine Partikel wieder ausblasen; geeignet sind dafür Geräte mit HEPA-Filter, einem besonders feinen Partikelfilter.
Handschuhe, lange Kleidung, geschlossene Schuhe und Augenschutz vermindern den Kontakt. Die CDC empfiehlt außerdem eine gut sitzende N95-Atemschutzmaske gegen Aschepartikel. Kinder sollten nicht mithelfen; auch Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sollten die Reinigung anderen überlassen. Verschmutzte Kleidung vor der Rückkehr in saubere Bereiche wechseln.
Staub kann auch ohne Brand Metalle aus Außenluft, Baustoffen und Geräten enthalten. Mehr dazu erklärt unser Ratgeber Schwermetalle im Hausstaub. Eine Staubprobe zeigt allerdings nicht, was ein Mensch aufgenommen hat. Bei deutlichen Beschwerden nach Rauch- oder Aschekontakt ist eine ärztliche Abklärung nötig; bei akuter Atemnot sofort medizinische Hilfe holen.
Quellen
- Maunakea et al.: Climate-amplified wildland–urban interface disasters create persistent internal metal mixtures associated with pulmonary impairment. PNAS, 28. September 2026.
- Columbia University: Einordnung der Maui-Studie und ihrer Grenzen, 29. September 2026.
- Weltgesundheitsorganisation: Wildfires, 31. Juli 2026.
- CDC: Safety Guidelines: After a Wildfire.
- AirNow: After a Fire – Clean Up Safely; US EPA: Hinweise zur Reinigung von Brandasche.

