Haarprobe einschicken und über 100 Werte messen – funktioniert das wirklich?

Haarprobe einschicken und über 100 Werte messen – funktioniert das wirklich?

Haarprobe einschicken und über 100 Werte messen – funktioniert das wirklich?

Im Internet gibt es viele Angebote:
Du schneidest ein Büschel Haare (Haarprobe) ab, schickst es ein — und bekommst angeblich einen Bericht über Vitamine, Aminosäuren, Mikroplastik oder hunderte „Vitalstoffe“.

 

Was ist ein abgeschnittenes Haar überhaupt?

Ein Haar, das du abschneidest, ist kein lebendes Körperteil mehr.

Es ist:

  • trocken
  • hart
  • biologisch tot
  • im Prinzip das gleiche Material wie Fingernägel

Es passieren darin keine Prozesse mehr:

  • keine Reaktionen
  • keine Signale
  • keine Verbindung zum Körper

Es ist einfach nur Material.

 

Warum kann ein Gerät daraus nichts „messen“?

Viele Angebote arbeiten mit sogenannten Resonanz- oder Bioresonanzgeräten.

Solche Geräte brauchen:

  • elektrische Leitfähigkeit
  • Signalfluss
  • Rückkopplung

Ein trockenes Haar liefert nichts davon.

Es wirkt wie ein Isolator.
Da fließt kein Strom.
Da kommt kein Signal zurück.

Wenn du:

  • Haare von fünf verschiedenen Personen
  • Tierhaare
  • Kunsthaar
  • oder gar nichts

ins Gerät legst — entsteht physikalisch kein Körpersignal.

Das Gerät kann also keine Nährstoffe aus dem Haar „auslesen“.

 

Vitamine im Haar messen?

Nein.

Vitamine werden nicht im Haar gespeichert.
Sie werden im Körper genutzt, verbraucht oder abgebaut.

Das Haar enthält deshalb keine verwertbaren Vitaminwerte über deinen Körperzustand.

 

Aminosäuren – was steckt wirklich drin?

Haare bestehen aus Keratin.
Keratin besteht selbst aus Aminosäuren, z. B.:

  • Cystein
  • Serin
  • Glycin
  • Glutaminsäure

Das sind Bausteine des Haares.

Aber:

Das sagt nichts über deinen Körperstatus
Du misst nur das Material selbst

So wie Holz immer aus Zellulose besteht — egal wie gesund der Baum war.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe stammen aus Nahrung — z. B.:

  • Polyphenole
  • Flavonoide
  • Carotinoide

Der Körper baut sie um und nutzt sie.
Sie werden nicht dauerhaft in Haare eingebaut.

Ein abgeschnittenes Haar enthält daher keine Information darüber, wie viele Pflanzenstoffe du aufgenommen hast.

 

Mikroplastik im Haar?

Wenn Mikroplastik gefunden wird, dann fast immer:

  • von außen angeheftet
  • aus Luft oder Umgebung
  • wie Staub auf einer Oberfläche

Das hat nichts mit deinem Körperstatus zu tun.

Es zeigt nur, was am Haar klebt.

 

Was kann man wirklich aus Haaren bestimmen?

Mit echten chemischen Laborverfahren lassen sich messen:

  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente
  • Schwermetalle

Warum?

Diese Stoffe können beim Haarwachstum eingebaut werden und bleiben stabil erhalten.

Aber:

Dafür wird das Haar chemisch aufgelöst
und tatsächlich analysiert

Nicht einfach gescannt.

 

Zusammenfassung

Eine eingesandte Haarprobe ist letztlich nur ein Stück trockenes Material.
Es sendet keine Körpersignale und enthält keine Informationen über:

  • Vitamine
  • Aminosäurestatus
  • sekundäre Pflanzenstoffe
  • Mikroplastik im Körper
  • umfassende Vitalstoffprofile

Ein grundlegendes Verständnis davon hilft, Angebote besser einzuordnen und fundierte Entscheidungen zu treffen.